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Membran stoppt Knochenverlust

Bei sorgfältigem Vorgehen nach dem Stand zahnmedizinischen Wissens plant der Zahnarzt zwischen dem Ziehen eines Zahnes und dem Setzen eines Implantats oft 2-3 drei Monate ein. Damit ist jedoch häufig das Problem verbunden, dass während dieser „Ruhephase“ ein Knochenverlust stattfindet, der sich wiederum negativ auf die Haltbarkeit des Implantats wie auch anderer Formen des Zahnersatzes auswirken kann.

Professor Dr. Zafiropoulos (Düsseldorf, BLAUES HAUS) konnte gemeinsam mit Kollegen der Universitäten von Rom, Loma Linda (Kalifornien) und Texas nun erstmals nachweisen, dass dieser Knochenverlust durch den Einsatz einer kleinen Kunststoffmembran nicht nur gestoppt werden kann, sondern sogar zu neuem Knochenwachstum führt.

Werden Zähne gezogen, baut sich in der Folge der Kieferknochen im Bereich des gezogenen Zahns um bis zu 60 Prozent ab (Atrophie). Wird aber nach der Extraktion in die sorgfältig gereinigten Wunde für vier Wochen eine spezielle dPTFE Membran eingesetzt, wird der Knochenabbau verhindert und in dem „Loch“ (med.: Extraktionsalveole) wächst auch neuer vitaler Knochen heran. Der „Bruttoverlust“ an Kieferknochen kann so auf 0,5 bis 1,5 mm reduziert werden. Das ermöglicht den  Einsatz und vor allem die volle Belastung eines Zahnersatzes in diesem Bereich. ermöglicht.

Für Patienten jedes Alters verbessern sich damit die Chancen für einen funktionalen und dauerhaften Zahnersatz, insbesondere durch Implantate. Das hat diese weltweit erste Studie über das Verfahren in seiner August Ausgabe veröffentlicht. Die im „Journal of Periodontology“ veröffentliche Studie zeigt anhand der Behandlung von 276 Personen im Alter von 24 – 73 Jahren zudem, das Verfahren die Regeneration des Kieferknochens auch unabhängig von Geschlecht oder persönlichen Verhaltensweisen wie Rauchen fördert.

Quelle: (Alveolar Bone Preservation in Extraction Sockets Using Non-Resorbable dPTFE Membranes: A Retrospective Non-Randomized Study Oliver Hoffmann, Barry K. Bartee, Christian Beaumont, Adrian Kasaj, Giorgio Deli, Gregor-Georg Zafiropoulos, Journal of Periodontology Aug 2008, Vol. 79, No. 8: 1355-1369.)

 

Fallstudie zeigt Vorteile gezüchteter Knochen

Implantate sind für immer mehr Menschen beim Thema Zahnersatz die beste Wahl. Doch für eine große Zahl von Patienten kommt diese Lösung bislang nicht in Frage bzw. ist mit erheblichen Unsicherheiten oder zusätzlichen Eingriffen verbunden. Denn wenn der Kieferknochen zu stark geschädigt ist, haben die Implantate keinen ausreichenden Halt.

Im Rahmen einer internationalen Studie konnte Professor Dr. Zafiropoulos (Düsseldorf, BLAUES HAUS) nachweisen, dass der Kiefer durch den Einsatz von im Labor gezüchteten Knochen so stark wieder aufgebaut werden kann, dass wir heute bei auch bei solchen Patienten Implantate setzen können, die bislang auf eine Transplantation von Knochenmaterial aus Beckenkamm oder Kinnregion angewiesen waren.

Das ist eine gute Nachricht gerade für ältere Patienten, weil die Entnahme von Knochmaterial vergleichsweise belastend und der Eingriff nicht ohne Risiken ist. Bei dem neuen Verfahren wird dagegen lediglich unter örtlicher Betäubung – wie bei den üblichen zahnärztlichen Behandlungen – eine kleine Menge Gewebe entnommen, das dann durch ein innovatives Verfahren der Freiburger Firma BioTissue Technologies zur gewünschten Knochenmasse herangezüchtet wird.

Bei den von uns in Düsseldorf und Ohio (USA) dokumentierten Fällen kam es - unabhängig von Alter, Geschlecht oder Lebensweise der Patienten - zu keinerlei Komplikationen. Und nachdem diese Fallstudie in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Journal of Periodontology“ veröffentlicht wurde, haben verschiedene Zahnärzte und Oralchirurgen sie zum Anlass genommen, das Verfahren ebenfalls anzubieten. Damit können Implantate nun auch bei bislang problematischen Fällen schonend und nachhaltig funktional eingesetzt werden.

Christian Beaumont, Roswitha J. Schmidt, Dimitris N. Tatakis, and Gregory-Gerode Zafiropoulos. Use of Engineered Bone for Sinis Augumentation. Journal of Periodontology,, Vol. 79, No. 3: 541-548)

 

Mini-Implantate sorgen für fest sitzende „Dritte“ Zähne

In Deutschland gibt es rund 15 Millionen Gebissträger, doch längst nicht alle sind mit ihrem Zahnersatz zufrieden: Oft sitzt er falsch, wackelt und macht jedes Mahl zum Abenteuer. Es ist zwar längst möglich, für wirklich fest sitzende „Dritte“ zu sorgen, doch wird das von den meisten Zahnärzten nicht angeboten – für die Patienten bleibt dann nur der Griff zur Haftcreme.

Für die Hersteller dieser Cremes ist das ein gutes Geschäft, für Gebissträger, das zeigen zahlreiche Internetforen, sind diese Mittel nur eine mehr oder weniger funktionierende Notlösung. Zum Nulltarif gibt es den wirklich festsitzenden Zahnersatz allerdings auch nicht, obwohl er deutlich preiswerter ist als die „Luxusversorgung“ mit Implantaten: Wer mithilfe so genannter „Mini-Implantate“ seine Dritten fest verankern lässt, muss 1.500 Euro (für ingesamt 3-4 Mini-Implantate) aus eigener Tasche zahlen. Dafür gibt es dann mehr Komfort, einen sicheren Biss, und man spart den regelmäßigen Haftcreme-Kauf – vorausgesetzt man findet einen Zahnarzt, der mit den Mini-Implantaten arbeitet.

Das machen in Deutschland – anders als in den USA – noch vergleichsweise wenige Zahnmediziner, obwohl die Mini-Implantate seit Jahrzehnten auf dem Markt sind.

UNSERE MEINUNG DAZU: „Jeder Prothesenträger unabhängig vom Versichertenstatus könnte und würde sich die Versorgung mit Mini-Implantate leisten, wenn er bzw. sie besser informiert wäre.“

Schlecht sitzende Prothesen seien aber nicht nur ein Komfortproblem, das jedes Essen zum Abenteuer machen kann, auch ein falscher Biss mit folgenden Kieferschäden oder sogar Kopfschmerzen könne die Folge sein.


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